Canalettoblick

Wien vom Belvedere aus gesehen

Oberes Belvedere
29. Juni bis 14. Oktober 2018

Franz Xaver Joseph Sandmann nach Jakob Alt, Wien aus dem Luftballon gesehen von Süden, 1847/50 (Franz Xaver Joseph Sandmann after Jakob Alt, Vienna viewed from the south by balloon). Photo: Johannes Stoll © Belvedere, Vienna

Franz Xaver Joseph Sandmann nach Jakob Alt, Wien aus dem Luftballon gesehen von Süden, 1847/50. Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Vienna

Bernado Bellotto (1722-1780) malte das Ölbild „Wien vom Belvedere aus gesehen“. Es war ein Auftragsarbeit. Bellotto war Schüler seines berühmten Onkels Giovanni Antonio Canal (1697–1768), genannt Canaletto. Später verwendete er den gleichen Künstlernamen. Für realistische Stadt- und Landschaftsansicht war Canaletto der Markenname seiner Zeit. Maria Theresia wollte 1759/60 eine Ansicht ihrer Stadt. Natürlich musste es eine Vedute von Canaletto sein. Das Haus Habsburg-Lothringen bestellte nur beim besten Künstler. Das Originalgemälde ist nicht im Belvedere zu sehen. Es befindet sich im Kunsthistorischen Museum Wien. Eine mediale Inszenierung zeigt das Original und die heutige Aussicht vom ehemaligen Standpunkt Canalettos mittels Webcams.

Das Ölbild wurde zur berühmtesten Ansicht der Stadt. Kein Wunder, hatte doch der kunstsinnige Prinz Eugen sein Schloss am schönsten Aussichtspunkt erbauen lassen. Ab 1777 war der Belvedere Garten für die Öffentlichkeit zugänglich. Seither wird diese Ansicht immer wieder dargestellt.

Tina Blau, Aus dem Belvedere Photo: Johannes Stoll © Belvedere, Vienna

Tina Blau, Aus dem Belvedere. Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Vienna

Der Kurator Markus Fellinger hat für die Ausstellung u. a. Werke von Wolfgang Wilhelm Prämer, Salomon Kleiner, Carl Schütz, Rudolf von Alt, Wilhelm Burger,  Carl Moll, Gerhart Frankl, Otto Rudolf Schatz, Edgar Jené und von zwei Künstlerinnen – Tina Blau und Kiki Kogelnik – ausgewählt.

Die Ausstellung „Der Canalettoblick“ ist eine brillante Idee das Belvedere und Wien durch das Auge von KünstlerInnen zu betrachten. Eine Selbstinszenierung ohne negativen Beigeschmack einer Bauchnabelbeschau. Im Gegenteil – es schärft den Blick der BesucherInnen aus den Fenstern des Belveders zu schauen als ob es gerahmte Bilder von Wien wären.

Zur Ausstellung ist der Katalog „Der Canalettoblick“ (ISBN 978 3 903114 65 4) erschienen.

Temporäre Ausstellung – ewiger Blick

Gerhart Frankl, Blick auf Wien vom Belvedere (View on Vienna from Belvedere) Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Vienna

Gerhart Frankl, Blick auf Wien vom Belvedere (View on Vienna from Belvedere) Foto: Johannes Stoll © Belvedere, Vienna

Die Liste der KünstlerInnen sollte zeitgemäß fortgesetzt werden. Unzählige BesucherInnen des Belvederes und des Belvedere Gartens nehmen diese Stadtansicht täglich auf ihren Fotos mit nach Hause. Ich bin keine Ausnahme. Von der Webcam-Vedute zur online Foto-Vedute wäre der vom Haus bereits verwendete Hashtag #canalettoview bestens geeignet.