Dvigrad

 

Märchenhaft

Die Geschichte von Dvigrad (Kroatien/Istrien) im Draga-Tal vom 14. bis zum 17. Jahrhundert klingt wie der Reim, um sich die sechs Ehefrauen Heinrichs VIII. zu merken: geplündert, geplündert, geplündert, Pest/Malaria, geplündert, verlassen.

Dvigrad war eine eindrucksvolle große Burg und Stadt. Seit 1714 ist sie dem Verfall preisgegeben. Der Standort ist strategisch gelegen. Das große Tal ist gut überwachbar. Es muss leicht gewesen sein, den Handel zu kontrollieren, Steuern einzutreiben und Stadt und Schloss zu sichern. Ich kann mir nur Plagen, politische Veränderungen mit mächtigen Gegnern – vielleicht in Verbindung mit einer Art Misswirtschaft – vorstellen, um diese befestigte Anlage zu Fall zu bringen.

Die Überreste sind in überraschend guter Verfassung. Einige Gebäude könnten ohne Probleme wieder aufgebaut werden. Seit über zehn Jahren finden archäologische Forschungen statt und der Erhalt der Objekte ist in Arbeit. Hilfe dafür kommt vom EU-Regionalprogramm für Kultur- und Naturerbe in Südosteuropa.

Ein spektakulärer Ort. Ende Oktober 2017 hatte ich das Glück die Ruinen im späten Licht eines goldenen Herbstes zu sehen. Es war absolut ruhig bis auf den langen „Mioooo“ -Schrei eines einsamen Bussards. Die Sonne war schon sehr niedrig und das Licht verblasste. Als ich das letzte Bild des Tages machte, ging die Sonne bereits unter.