Ebensolch Rez-E-zine10/04 |
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Buch Michael Omasta, Brigitte Mayr, Elisabeth Streit (Hgg.) Peter Lorre. Ein Fremder im Paradies Zsolnay Verlag und Österreichisches Filmmuseum 2004, 271 S., zahlreiche Abb. € 20,50 (A), € 19,90 (D), CHF 36,00 ISBN 3-552-05291-7 |
RezensionPeter Lorre hat auch abseits des Films Bestsellerqualitäten. Die Publikation über Peter Lorre setzt sich aus Einzelbeiträgen von Ilse Aichinger, Elfriede Jelinek, Theodore Bikel, Christian Petzold, Robert Schindel, Christoph Fuchs, Gerd Gemünden, Christoph Huber, Monika Meister, Peter Nau, Enno Patalas, Daniela Sannwald und Georg Seeßlen zusammen. Die AutorInnen setzen mit ihren Betrachtungen dem Ausnahmemimen Peter Lorre ein würdiges Denkmal zu seinem 100. Geburtstag. Selbst jene, die den Künstler zu kennen glauben, werden beim Lesen Peter Lorre, dessen Name ein Synonym für Kino der besonderen Art ist, neu entdecken. Das ganze Buch ist zu dem gespickt mit zeitgenössischen Texten, Briefen und vor allem Fotos, die den Künstler abseits der offiziellen Berichterstattung, Werbefotos und Filmplakate lebendig werden lassen. Die zahlreiche Beiträge beleuchten den Künstler aus verschiedenen Blickwinkeln. Die zeitgenössische (1932) Kritik von Peter Ihring ist darunter ein ganz besonderes Gustostückerl. Beschreibt sie doch minutiös die mimische Qualität Lorres in der Darstellung "böser Harmlosigkeit, infernalischer Freundlichkeit, zynischer Sanftmut, listiger Treuherzigkeit und ironischer Spießigkeit". Aber auch die Kritik Graham Greens trifft Lorres Kern mit "ein tiefgründiger Schauspieler in einer oberflächlichen Kunst". Selbstverständlich kommt Peter Lorre selbst zu Wort. Er hält 1933 "auf vier Jahre Rückblick und eine Vorschau" und klingt in seinen Beschreibung ganz modern zu mal auch er ein Künstler ist, der Wien verlassen hat, um woanders groß zu werden. Eine Biografie und Werkverzeichnis am Schluss des Buches zeigt in ganzer Breite die künstlerische Vielfalt des Ausnahmemimen. © S. Strohschneider-Laue |
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