Blogger-Alltag

21. Oktober 2014

10 Fragen und eine 11. Antwort

Manche Fragen, die so locker in die Runde gestellt werden, muss man einfach beantworten und mit anderen diskutieren. Birgit Ebbert hat es mal wieder geschafft, mich aus der Reserve zu locken. Sie beantwortet zehn an sie gerichtete Fragen und stellt selbst zehn weitere Fragen zum Blogger-Alltag. Mir brannte hingegen noch eine elfte Frage auf der Seele: Wie siehst du deine Blog(ger)zukunft? Die hoffentlich noch von anderen berücksichtigt wird.

1. Wann hast du mit dem Bloggen begonnen?

Grundgütiger, das ist ja schon gar nicht mehr wahr. Wenn man die erste Website, für die ich aktualisierend und erzählend laufend neue Seiten geschrieben/programmiert habe, dazurechnet, ist das etwa Mitte der 90er gewesen. Damals war das zentrale Thema „Stadtarchäologie”. Später kamen diverse andere Seiten, später tatsächlich Blogs dazu, die ich zunächst nicht für mich selbst, sondern für Dienst- und Auftraggeber geschrieben/betreut habe. In eigener Sache bin ich erst seit 2002 - zunächst mit Ebensolch Rez-E-zine, später auch als Sistlau und der Wortfischerei - im Netz präsent.

2. Warum bloggst du?

Gegenfrage: „Warum nicht?” Ich atme schließlich auch. Immerhin kann ich im Netz meiner Lieblingsbeschäftigung mit den Händen - hier hektisch tippend statt wedelnd - zu reden nachgehen.

Ebensolch Rez-E-zine

Ebensolch Rez-E-zine

3. Was hast du dir überlegt, als du deinen Blog eingerichtet hast?

Gleiches wie bei den html-basierten Blog-Vorläufern: Aktuelle zielgruppenorientierte Information - darunter nicht nur Mainstream - gut strukturiert und leicht auffindbar anzubieten. Zurzeit sind es drei Blogs, die ich allerdings das letzte halbe Jahr notgedrungen und nicht dem eigenen Wünschen folgend vernachlässigen musste.

4. Gibt es ein Schwerpunktthema in deinem Blog? Wenn ja, welches?

Ebensolch Rez-E-zine war als Rezensionsblog für Bücher, elektronische Formate und Veranstaltungen geplant. Inhaltliche Schwerpunkt waren zunächst nur Kunst und Kultur, das Spektrum hat sich aufgrund der Nachfrage bald erweitert. Inzwischen werden u. a. auch naturwissenschaftliche und kulinarische Themen aufgegriffen.
Sistlau ist meine berufliche WebBLOGpräsenz und die Wortfischerei meine Spaßecke.

5. Was tust du, damit Leute deinen Blog lesen?

Am Anfang standen Mundpropaganda und Newsletter, die schließlich von den sozialen Netzwerken ergänzt bzw. abgelöst wurden.

6. Kommunizierst du mit deinen Lesern? Wenn ja, wie?

Ja und nein. Aus zeitlichen und rechtlichen Gründen habe ich seit einigen Jahren die Kommentarfunktion gesperrt. Dass ich dadurch auch auf viele qualitätvolle Beiträge und Interaktion verzichten muss, ist schade. Andererseits fühle ich mich troll- und spambefreit. Wer mich dennoch kontaktieren will, kann und macht das über andere Kanäle.

7. Auf welchen Beitrag hast du die größte Resonanz erhalten?

Da ich mehrere Blogs schreibe, sind das natürlich auch mehrere Beiträge, aber nicht unbedingt jene, mit denen ich gerechnet hätte. Ebensolch Rez-E-zine entwickelt zurzeit als Eyecatcher die Essbare Stadt, während Sistlau mit Musenkuss einen Hotspot hat. Die Austriaca in meiner Wortfischerei sind sowieso sehr beliebt und darunter ist Austriazismen: Pariser ist kein Kondom ein Dauerbrenner.

Liebe zwischen den Seiten

Liebe zwischen den Seiten

8. Welches ist dein persönlicher Lieblingsbeitrag in deinem Blog?

In der Kategorie Teeblatt von Ebensolch Rez-E-zine versammelt sich quasi das Allerlei, das auch noch gesagt werden muss. Mein liebster Beitrag davon ist Liebe zwischen den Seiten - Kleist. „Liebe zwischen den Seiten” ist eigentlich schon eine Mini-Serie geworden, da es über meine Fundstücke in Büchern bereits mehrere Beiträge gibt. Aber „Kleist” ist mir in jeder Hinsicht der Allerliebste, und nicht nur, weil der kleine Hund der erste Fund war. Berufsbezeichnungen sind für Schubladendenker ist mein Favorit auf Sistlau sowie das Schlafzimmerbild mit Werbung in der Wortfischerei - ein weiteres Schlafzimmerbild wurde aus historischen Gründen zum Teeblatt. Alle Artikel waren mir inhaltliche Anliegen und haben mir beim Schreiben verdammt viel Spaß gemacht.

9. Hast du einen Vorbild-Blog oder einen Vorbild-Blogger? Wenn ja, welchen?

Nein, dafür bin ich selbst zu lange auf meiner selbst gelegten Schiene sehr zufrieden und erfolgreich unterwegs. Aber, das heißt nicht, dass ich kein Dauerkribbeln verspüren würde, mal wieder mit etwas völlig Anderem durchzustarten. Daher fühle ich mich eher inspiriert als „bevorbildert” - vor allem von jenen Blogs, die durch erzählerische Qualität und mit grandiosen Fotos glänzen.

10. Welche drei Blogs sollte man deiner Meinung nach unbedingt wenigstens einmal besucht haben?

Alle drei Blogs, die ich jetzt vorstelle, sind wie viele andere Blogs Verkaufsgespräche für eigene Produkte bzw. die Ich-Marke. Was mir bei diesen Blogs gefällt, sind jedoch nicht nur die allgemeine Qualität, sondern auch die unaufdringliche Art und das Fehlen von Besserwisserei. Es ist also genau das Unverkrampfte, das mich bindet. Ich könnte hier noch einige Blogs mehr aufzählen, die diese Qualitäten besitzen, die ich gerne immer wieder besuche und die (fast) alle etwas gemeinsam haben: Sie sind nicht im deutschsprachigen Raum beheimatet und werden nicht primär für diesen geschrieben. Was dies nun über Schreibende und Lesende - also auch mich - aussagt, lasse ich zumindest hier unkommentiert.

Spitalfield Life - hier gefällt mir der lokale Fokus. Viele Blogs zeigen den Alltag vor der Haustür. Manche davon sind mir zu bauchnabelbeschaulich, andere wieder zu unfokussiert. Hier stimmt die Mischung aus Fotos, persönlichem Blickwinkel und den Menschen des Viertels. Hier wird das interne Blogsurfen auf eine höhere Spaßebene gehoben.

Manger - wenn es hier nur ums Kochen drehen würde, fände ich es langweilig. Appetitlich, wie die Kombination aus öffentlichen und privaten Leben sein sollte, sind hier alle Komponenten aus Texten, Fotos und Rezepten (die mir gar nicht so wichtig sind) aufeinander abgestimmt.

52 suburbs around the world - leider eher tot als lebendig und hier sollte sich endlich mal wieder etwas tun! Es stagniert und ich komme trotzdem vorbei. Gratis ist manchmal umsonst, Ausfinanziertes nicht unbedingt wertvoll, aber zuweilen werden zunächst unfinanzierte Projekte überaus lukrativ. Für mich war es jedenfalls immer bereichernd diese Blogreise zu begleiten.

Die fehlende 11. Frage

11. Wie siehst du deine Blog(ger)zukunft?

Ich fürchte, dass es im Netz „eng” werden wird: Staatliche Maßregelung, die als Eingriffe beginnen, dann zu Übergriffen werden, schließlich in Überwachung und finanziellem Mitschneiden, wo es vermutlich gar nichts zu schneiden gibt, enden könnten. Die mehr oder bereits minder freie Spielwiese wird in lukrative Grundstücke aufgeteilt und das ehemals riesige Bloggerareal wird zur restriktiven Hundewiese erklärt.
Inhaltlich habe ich meine Nische gefunden und sehe keinen Grund an dieser etwas zu ändern. ABER das heißt nicht, dass ich nicht mit mehr erzählerischer Leichtigkeit, größeren Fotostrecken und hübscherem Design liebäuglen würde.

Und hier nochmal die zehn Fragen von Birgit Ebbert sowie meine elfte Frage als Draufgabe.

  1. Wann hast du mit dem Bloggen begonnen?
  2. Warum bloggst du?
  3. Was hast du dir überlegt, als du deinen Blog eingerichtet hast?
  4. Gibt es ein Schwerpunktthema in deinem Blog? Wenn ja, welches?
  5. Was tust du, damit Leute deinen Blog lesen?
  6. Kommunizierst du mit deinen Lesern? Wenn ja, wie?
  7. Auf welchen Beitrag hast du die größte Resonanz erhalten?
  8. Welches ist dein persönlicher Lieblingsbeitrag in deinem Blog?
  9. Hast du einen Vorbild-Blog oder einen Vorbild-Blogger? Wenn ja, welchen?
  10. Welche drei Blogs sollte man deiner Meinung nach unbedingt wenigstens einmal besucht haben?
  11. Wie siehst du deine Blog(ger)zukunft?

In eigener Sache

Falls Ihnen Ihre Profile, Seiten, Blogs kostbare Zeit rauben, sorge ich gerne für regelmäßige Inhalte nach Ihren Wünschen.

© Sistlau