One Woman Show vs Stand-up Comedy

12. Februar 2013

Ist das Gelbe vom Ei das Gelbe vom Ei?

Ist das Gelbe vom Ei das Gelbe vom Ei?

Blogparade für Einzelkämpfer

Das Jahr 2013 scheint ein Jahr der Blogparaden zu werden. Zuletzt äußerte ich mich in Berufsbezeichnung für Schubladendenker zur Frage von Wibke Ladwig Und was machen Sie so beruflich.

Aktuell hinterfragt Annette Schwindt Profil oder Seite - oder beides? (Blogparade für Einzelkämpfer) die Trennung von privaten und beruflichen Auftritt im Social Web.

Facebook, Twitter, Google+, YouTube

Zu Facebook kam ich aufgrund einer Einladung von Nicola Sautner. Nicola kannte ich als Fotografin für das Institut für Ur- und Frühgeschichte sowie durch die Zusammenarbeit bei einer Fotoausstellung für mein Projekt “Seniorarchäologie”, das ich als Stadtarchäologin in Wien konzipiert habe. Nicht zuletzt bin ich Nicola auch privat freundschaftlich verbunden. Mein privates Profil wurde daher Seite an Seite an ihrem Computer eröffnet.

Dass ich Twitter ausprobiert habe, ist Heide Liebmann zu verdanken. Im besten Netzwerk für wortstarke Frauen wurde das Thema angesprochen und ich hakte bei ihr mit einigen Fragen nach. Ihre Informationen waren wie immer kompetent, lebensnah sowie freundlich - und schon hatte Twitter mit Ebensolch einen Account mehr vergeben. In die Social Media Welt wurde ich also privat, beruflich und privat-beruflich hineingezogen, womit das Trennen von Privaten und Beruflichen von Beginn mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Mein Google+ Profil betrachte ich als unüberlegten, obsoleten Alleingang, der unbeachtet vor sich hindümpelt. Auslöser dafür war mein dritter Blog, die Wortfischerei, der “google-fast-zwangspaketmäßig” verbunden ist.

Dass ich inzwischen auch einen YouTube Kanal fülle und selbigen noch nicht gestrichen voll habe, verwundert (nicht nur) mich.

Alles auf einmal: Spieglei

Alles auf einmal: Spiegelei

Getrennt marschieren, vereint schlagen?

Nein, ich denke nicht an Moltkes Schlachtplan, sondern an Eier. Mein Motto ist eher: Wer das ganze Kraftpaket präsentieren möchte, sollte Dotter nicht vom Eiweiß trennen.

Nachdem ich mich rund ein halbes Jahr auf Facebook umgeschaut hatte, hatte ich den gehaltlosen Eischnee bereits schaumgeschlagen satt, während seitenweise pures Cholesterin von mir kaum als das Gelbe vom Ei wahrgenommen wurde. Mein privates Profil ist daher nach und nach mit wenig Orientierungshilfe anhand beispielgebender Profile bzw. Seiten gewachsen. Es ist kein minutiös durchdachtes Konstrukt vom Reißbrett. Es spiegelt einiger meiner Facetten, und vor allem wie ich im zwischenmenschlichen Alltag mit weitgehend unbekannten Menschen umgehe: nie ganz privat, nie ganz beruflich und vor allem direkt. Dass ich u. a. schon als Wortakrobatin oder Königin des Sarkasmus bezeichnet wurde, erfreut - ja, ich stehe zu meiner scharfen Zunge - und beweist, dass ich keine Posterin aus dem Zusammenhang gerissener Fremdzitate bin.

Mein Beruf ist nicht auf einen 9 to 5 job zu reduzieren, den man sich für acht Stunden wie eine Maske aufsetzt. Die ernsthafte One Woman Show ist ein Teil meines Lebens, ich könnte sie ebenso wenig wie die situationsbezogene Stand-up Comedy aus meinem privaten Profil streichen.

Seiten für Vielseitigkeit

Warum ich trotzdem zwei Seiten auf Facebook habe? Weil Schwindt-pr - Schuldfrage geklärt - immer wieder informative Blogbeiträge dazu veröffentlicht. Es erschien mir sinnhaft Ebensolch Rez-E-zine auf einer eigenen Facebook Seite öffentlich zu bündeln, statt im privaten Profil nur eine Auswahl für meine Freunde zugänglich zu machen. Der Übersicht über die Verlags- und Autorenseiten ist für mich zusätzlich leichter - u. a. beim Verlinken von Rezensionen.

Gleiches betraf auch meine Tätigkeiten in Sachen Text | Ghostwriting | Korrektorat | Lektorat | Redaktion | Audiodeskription | Easy-to-Read. Mein Alter Ego existiert daher sowohl als Sistlau Profil als auch explizit als Sistlau Seite. Berichte aus dem Scriptorium sind allerdings langweiliger als die spannenden Aufträge und Ergebnisse, die damit tatsächlich verbunden sind und aus diversen Gründen nicht immer gepostet werden können. Daher wird die Seite durch die Sammeltassen, die im Büro benutzt werden, aufgeputzt. Dass Fotos der gedeckten Tafel bei Redaktionssitzungen eigentlich private Einblicke bieten könnten, wenn ein selbst gebackener Brownie zu sehen ist, kommt mir dabei gar nicht in den Sinn. Das Verfolgen der Seiten von Auftraggebern sowie das Verlinken zu diesen ist über die Sistlau Seite zudem sinnhafter als aus dem weitgehend geschlossenen Profil heraus. Dass ich damit auch die Seiten der Branche beobachte, ist selbstverständlich.

Das Ei ist ein ausgewogenes Gesamtpaket

Das Ei ist ein ausgewogenes Gesamtpaket

Fazit

Ob Profile und Seiten tatsächlich nicht nur für das Zuckerberg-Imperium werbewirksamen und Einnahmen generierenden Sinn machen, muss ich noch beobachten. Sicher ist, dass eine Trennung von Profil und Seiten in inhaltliche Hauptstrukturen meiner Liebe zur Systematik entspricht. Solange ich mich an den sozialen Medien zeitlich nicht spürbar verblute, dort weiterhin interessante Menschen kennenlerne, diese zu realen Freunden und/oder Auftraggebern werden, wirkliche Kommunikation stattfindet, beginne ich nicht mit einer detaillierten Kosten-Nutzen-Analyse meiner Aktivitäten bzgl. Facebook & Co.

In eigener Sache

Falls Ihnen Ihre Profile, Seiten, Blogs kostbare Zeit rauben, sorge ich gerne für regelmäßige Inhalte nach Ihren Wünschen.

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