Musenkuss

18. Oktober 2013
Schreibende © Sistlau 2012

Schreibende

4. Blogparade

Das Jahr der Blogparaden geht weiter. Zuerst äußerte ich mich in Berufsbezeichnung für Schubladendenker zur Frage von Wibke Ladwig Und was machen Sie so beruflich.

Danach folgte mein Beitrag One Woman Show vs Stand-up Comedy zu Annette Schwindts Frage nach Profil oder Seite - oder beides? (Blogparade für Einzelkämpfer) bezüglich der Trennung von privatem und beruflichem Auftritt im Social Web.

Die dritte Blogparade “Fremdsprachen lernen” regte Ricarda Essrich an. Sie bot mir Gelegenheit Über Fremdsprachen und fremde Sprachen nachzudenken, um Aspekte zum Themenkreis Fremdsprache - fremde Sprachen - Kommunikation beizutragen.

Zur vierten Blogparade rief nun PR-Doktor Kerstin Hoffmann auf. Sie sammelt bis 30. November Beiträge über und gegen die leidige Schreibblockade. Über die Musenküsse habe ich schon (mehr als) einmal gebloggt, aber hier gerne nochmals “Ich im Feldzug gegen meinen inneren Schrei(b)k(r)ampf”.

Schreibblockade

Schreibblockaden lassen sich auf vielfältige Weise aufheben. Etliche Literaten schwören auf Entspannung. Von der Tasse Tee bis zur Reflexzonenmassage ist alles möglich, was locker und glücklich macht. Manche Schreibenden setzen auf thematisch passende multisensorische Reize (Düfte, Farben, Klänge, Materialien etc.) und erstaunlich viele Autoren setzen Schreiben als tägliches Arbeiten nach Plan um.

Egal wie, aber zum “Entspannungsstressigen” statt zum Blockadebrecher zu werden, ist nicht das Ziel. Wenn die bisher bewährten Methoden nicht funktionieren, nicht verzweifeln. Setzen Sie zur Abwechslung Methoden ein, die Sie sonst nicht anwenden würden. Und  nicht vergessen: Blockschokolade ist keine Lösung.

Inspirationsquelle

Ich bevorzuge eine ganz bestimmte Inspirationsquelle: Flohmärkte. Sie sind für mich Basare für Geschichten. Was für die meisten Menschen ein Haufen Ramsch ist, ist für mich eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit. Eine Ansammlung obskurer Objekte, die ihren Bezugsrahmen verloren haben, die es zu entdecken gilt. Abgegriffene Kinkerlitzchen und abgenutzter Graffel oder höflicher formuliert: Restbestände aus dem Alltag Verstorbener. Wie wenig greifbare Geschichte trotz einer Fülle von Objekten übrig bleibt, belegen alte verblasste Fotos inmitten des ganzen Trödels. Personen, die trotz ihrer Porträts unbekannt bleiben. Bestenfalls sind Namen des Fotografen, der Abgebildeten und die Datierung der Aufnahme auf alten Fotos vermerkt. Wobei Beschriftungen wie das schlichte “Omi” oder “Mutter vom Großvater der Frau vom Onkel” echt befreiende Schenkelklatscher sein können.

Musenkuss

Grade deswegen sind alte Fotos Musenküsse für mich. Sie machen mich neugierig und geben zugleich unendlich viele Rätsel auf.

  • Auf welchem Ball des 19. Jahrhunderts wurde diese elegante Robe präsentiert?
  • Wer war “Mizzi 1893″?
  • Wieso finden sich Fotos einer Frankfurter Familie aus den Jahren 1909 bis 1913 auf einem Dorfflohmarkt in Ungarn?
  • Hat “Zur Erinnerung 1914″ den Ersten Weltkrieg überlebt?

Ein Segen, wenn ein ganzer Schuhkarton mit Fotos über den Flohmarkttisch in meine Richtung wandert. Ein Konvolut aus Fotos, Briefen, Dokumenten und Einladungen sind möglicherweise die einzigen Puzzleteile einer großen Familiengeschichte. Eine Familiengeschichte, die es so faktentreu wie möglich aufzustellen gilt - der Rest ist meine Geschichte über diese Familie.

Ich war am Flohmarkt, jetzt möchte ich Tee und Zeit zum Stöbern in den neuen alten Fotos.

Und was benötigen Sie?

In eigener Sache

Falls Ihre Geschichte trotz aller angesetzter Hebel am Totpunkt angekommen ist, stelle ich Ihnen gerne meine Feder zur Verfügung.

© Sistlau

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