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Lektorat für den Lern- und Gedenkort

Montag, 18. September 2017

Lern- und Gedenkort im Charlotte-Taitl-Haus

Das Museum Innviertler Volkskundehaus hat mit dem Lern- und Gedenkort Charlotte-Taitl-Haus im Mai 2017 eine Außenstelle eröffnet. An fast 200 Opfer des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus aus dem Bezirk Ried wird mit diesem Lern- und Gedenkort erinnert.

Biografie-Stelen erzählen persönliche und erschütternde Schicksale. Über die Infobox werden diese Menschen in die geschichtliche Entwicklung Rieds ab dem 19. Jh. bis in die Gegenwart eingebettet. Die Gestaltung der Ausstellung übernahm Doris Prenn, womit mehr als die mobile Zugänglichkeit gewährleistet wurde. Die barrierefreie inhaltliche Zugänglichkeit wird durch taktile Elemente, Braille- und Pyramidenschrift, Gebärdensprache sowie Texte in Leichter Sprache geboten.

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Leicht Lesen - Work in Progress

Mit dem Lektorat der Texte für die Ausstellung sowie der Texte in Leichter Sprache wurde ich betraut. Ich bin stolz, zu diesem ebenso wichtigen zeitgeschichtlichen Projekt als auch zur essenziellen barrierefreien Zugänglichkeit musealer Inhalte mit meiner Arbeit beigetragen zu haben. Das komplexe Thema sowie die ebenso sensible wie korrekte sprachliche Umsetzung war insbesondere hinsichtlich der Leichten Sprache eine Herausforderung. Eine Herausforderung, die in der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Gedenken begründet liegt und die nicht mit der Übersetzung und Formulierung herkömmlicher und alltäglicher Texte vergleichbar ist.

In eigener Sache

Blind für die eigenen Fehler? Ich lese, finde, korrigiere!

© Sistlau

Duden - Die Rechtschreibung
Duden - Die Grammatik

Von der Schwere der Leichtigkeit

Mittwoch, 22. Februar 2017

Struktur ist der halbe Text

Warum kompliziert, wenn es einfach geht?

Stellen Sie sich viele bunte Bauklötzchen vor: Prismen, Zylinder, Würfel, Quader. Bauen Sie daraus keine kunterbunten Riesenpaläste, die Sie überall mit Drechselklötzchen aufmotzen.

Bevorzugen Sie den schlichteren Bauhausstil. Er ist wesentlich funktionaler. Ein strukturiert aufgebautes Gebäude braucht Fachvokabular vom Fundament bis zum Giebel. Vermeiden Sie  Fremdwortmüllberge, sie versperren den Blick aufs Wesentliche. Präsentieren Sie Ihre Ergebnisse und Gedanken im Raum. Prägnante Fußnoten sind nur die Teppiche. Man türmt sie nicht auf, benutzt sie nicht als tief gelegte Buchregale oder als Zweitpublikationsebene. Das wichtigste Zimmer im Gebäude ist sowieso die Bibliothek. Sie wird auch ohne Fußnotenfluten voller Literatur sein.
Leichtigkeit ist eine Voraussetzung, dass Texte auch tatsächlich gelesen und verstanden werden.

Fundamentale Ergebnisse brauchen kein Bauklötzestaunen übers Vokabular.

In eigener Sache

Bevor Sie und Ihr Publikum unter einstürzenden Textgebäuden begraben werden, helfe ich Ihnen gerne.

© Sistlau

Siehe auch

Vom Elend der Satzlänge

Vom Elend der Satzlänge

Mittwoch, 01. Februar 2017

Wörterflut

Wörterflut

In der Kürze liegt die Würze

Kurze, aussagekräftige Sätze zu schreiben, fällt vielen Menschen schwer.

Stellen Sie sich appetitliches und verdauliches Fingerfood vor. Türmen Sie nicht auf ein Sahne-Matjesbrötchen Lachs, Krabben, Kaviar und sämtliche Garnitur bis zur Olive. Es wird nur unappetitlicher und unverdaulicher. Lieber vier exklusive Häppchen als eine Ladung “Alles-was-reingeht”.

Gliedern Sie Ihre Informationen genauso wie einen Augenschmaus. Mehrere nachvollziehbare Lesehäppchen kommen besser an. Pro Häppchen eine Zusatzinformation reicht oft. Kürze ist eine Voraussetzung, dass Texte auch tatsächlich gelesen und verstanden werden.

Das gilt besonders für Wissenschaftstexte. Eine Arbeit über Bandwürmer wird nicht akademischer, weil die Satzlänge zum Thema passt.

In eigener Sache

Bevor Sie und Ihr Publikum von Wörterfluten weggespült werden, helfe ich Ihnen gerne.

© Sistlau

Siehe auch

Von der Schwere der Leichtigkeit

Leicht Lesen

Montag, 11. Mai 2015
Gebärdensprache, Leicht Lesen, Audiodeskription

Gebärdensprache, Leicht Lesen, Audiodeskription

Aktuell gebloggt

Der Museumbund Österreich will mit  dem neuen Blog Museumspraxis.at ein stetig wachsendes Nachschlagewerk schaffen.

In Zusammenarbeit mit Doris Prenn durfte für die Rubrik “Barrierefreiheit und Inklusion” aktuell zum Thema “Leicht Lesen” Texthürden machen Menschen scheu gebloggt werden.

In eigener Sache

Falls Sie Hilfe beim Schreiben und Gestalten rund um Inklusion und Barrierfreiheit brauchen, stehe ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

© Sistlau