Mit ‘Wissenschaft’ getaggte Artikel

Lektorat für den Lern- und Gedenkort

Montag, 18. September 2017

Lern- und Gedenkort im Charlotte-Taitl-Haus

Das Museum Innviertler Volkskundehaus hat mit dem Lern- und Gedenkort Charlotte-Taitl-Haus im Mai 2017 eine Außenstelle eröffnet. An fast 200 Opfer des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus aus dem Bezirk Ried wird mit diesem Lern- und Gedenkort erinnert.

Biografie-Stelen erzählen persönliche und erschütternde Schicksale. Über die Infobox werden diese Menschen in die geschichtliche Entwicklung Rieds ab dem 19. Jh. bis in die Gegenwart eingebettet. Die Gestaltung der Ausstellung übernahm Doris Prenn, womit mehr als die mobile Zugänglichkeit gewährleistet wurde. Die barrierefreie inhaltliche Zugänglichkeit wird durch taktile Elemente, Braille- und Pyramidenschrift, Gebärdensprache sowie Texte in Leichter Sprache geboten.

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Leicht Lesen - Work in Progress

Mit dem Lektorat der Texte für die Ausstellung sowie der Texte in Leichter Sprache wurde ich betraut. Ich bin stolz, zu diesem ebenso wichtigen zeitgeschichtlichen Projekt als auch zur essenziellen barrierefreien Zugänglichkeit musealer Inhalte mit meiner Arbeit beigetragen zu haben. Das komplexe Thema sowie die ebenso sensible wie korrekte sprachliche Umsetzung war insbesondere hinsichtlich der Leichten Sprache eine Herausforderung. Eine Herausforderung, die in der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Gedenken begründet liegt und die nicht mit der Übersetzung und Formulierung herkömmlicher und alltäglicher Texte vergleichbar ist.

In eigener Sache

Blind für die eigenen Fehler? Ich lese, finde, korrigiere!

© Sistlau

Duden - Die Rechtschreibung
Duden - Die Grammatik

Blick ins Lektorat

Donnerstag, 23. März 2017
Fachlektorat

Fachlektorat

Wissenschaft

Wissenschaftslektorat ist erste Qualitätssicherung vor dem Peer Review.

Als Fachlektorin habe ich das Privileg, den ersten Blick auf ein neues Forschungsergebnis werfen zu dürfen. Um WissenschaftsautorInnen bei ihrem Publikationsvorhaben sinnstiftend zu begleiten, sind meinerseits Fachkenntnisse am Puls der Forschung erforderlich. Über das reine Korrektorat hinaus kann ich dadurch auch strukturierend und inhaltlich eingreifen. Als vorschlaggebende Instanz - gerne auch als Diskussionspartnerin - bleiben meine Änderungen im Text nachvollziehbar. Ob meine Korrekturvorschläge und Kommentare zu Sachproblemen angenommen, verworfen oder inhaltlich aufgegriffen werden, entscheiden die VerfasserInnen.

In eigener Sache

Blind für den eigenen Text, Struktur, Inhalt, Querbezug? Mein Fachlektorat verhilft Ihnen zu neuen Perspektiven.

© Sistlau

Leitfaden Freies Lektorat

Universelles Design - Audio

Mittwoch, 25. April 2012
Universal Design Stele (Entwurf): Gebärdensprache, Audiodeskription, Easy-to-Read

Universal Design Stele (Entwurf): Gebärdensprache, Audiodeskription, Easy-to-Read

Erstmals wird in einer temporären Ausstellung in Österreich Universal Design angeboten. Die bayerisch-oberösterreichische Landesausstellung 2012 “Verbündet Verfeindet Verschwägert” (27. April bis 4. November 2012) berücksichtigt vor allem im ehemaligen Chorherrenstift Ranshofen - eingeschränkt auch im Schloss Mattighofen -, Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Universelles Design

Tatsächliche Barrierefreiheit bedeutet mehr, als den Zugang für in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen nach ÖNORM zu ermöglichen. Baurichtlinien berücksichtigen nur einen Aspekt der erforderlichen Barrierefreiheit im Museums- und Ausstellungswesen. Der inhaltliche Zugang muss durch multisensorische Angebote für Augen, Ohren und Hände ebenfalls gewährleistet werden. Personale Vermittlung kann eine gleichberechtigte Teilhabe zu den Inhalten einer Ausstellung nicht alleine erfüllen. Selbst der Kreis mobilitätseingeschränkter Personen ist heterogen. Mentale und sensorische Fähigkeiten, Bildung, Geschlecht, Alter und vieles mehr machen alle Interessierten mit und ohne Bewegungshilfe gleichermaßen zu Menschen mit differenzierten Bedürfnissen. Das Design-Motto “Entwickle für die Jungen, und du schließt die Alten aus. Entwickle für die Alten, und du schließt die Jungen ein.” bedeutet auf Universal Design übertragen: Multisensorische, inhaltlich leicht erfassbare und mobil leicht erreichbare Angebote sind für alle Menschen vorteilhaft und nicht nur für jene, die es tatsächlich benötigen.

Barrierefrei durch
“Verbündet Verfeindet Verschwägert”

Das Beziehungsgeflecht der Adelsfamilien Habsburg und Wittelsbach sowie das Verhältnis Österreich und Bayern ab dem Mittelalter sind zentrale Themen der im Innviertel gezeigten, grenzüberschreitenden Landesausstellung 2012. Die komplexen Inhalte, die etliche Forschungsgebiete in sich vereinen, für interessierte Laien aufzubereiten, war bereits in der Basisarbeit eine große Herausforderung. Die üblichen Raum-, Bereichs- und Objekttexte sowie Installationen durch barrierefreie Zugänge besucherfreundlich zu komplettieren, wurde von buero fuer kommunikation und gestaltung prenn_punkt übernommen. Dazu wurden - unter Berücksichtigung der denkmalgeschützten Räume und  Ausstellungsgestaltung - multisensorische Elemente sowie inhaltliche Aufbereitungen integriert.

Universal Design Stelen fungieren als inhaltliche Klammern von Ausstellungsabschnitten. Die Stelen bieten Zuspielungen in Gebärdensprache, Audiodeskriptionen mit Raumorientierung (zwei SprecherInnen) für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen sowie Kurzinformation in Easy-to-Read.

In die Ausstellungen in Ranshofen und Mattighofen wurden multisensorische Stationen integriert. Taktile Folien ermöglichen Blinden, Bilder und Objekte zu ertasten. Erfahrungsgemäß werden diese auch gerne von Sehenden angenommen. Duftstationen und Musikzuspielungen bereichern den Ausstellungsbesuch zusätzlich. Bei vierzehn Milestone-Points können mit entlehnbaren Spezialgeräten (an der Kasse entlehnbar) Interviews mit Orientierungshilfen und Zusatzinformationen zu Exponaten abgerufen werden.

Ein eigener Juniorpfad, der selbstbestimmt erforscht werden kann, lädt Kinder und Jugendliche zum Lesen, Tanzen, Hören, Anfassen, Ausprobieren, Riechen und sogar zum Mitnehmen ein.

In eigener Sache

Gerne mache ich Ihre Projekte inhaltlich für alle Menschen zugänglich.

  • Vorlage für Übersetzung in Gebärdensprache
  • Audiodeskription inklusive Raumorientierung (ein/e oder mehr Sprecher/innen)
  • Easy-to-Read (zielgruppenspezifisch)
  • Juniortexte

© Sistlau

Texte für Ausstellungen & Museen

Montag, 23. April 2012
überlang, überbreit, unstrukturiert

Überlang, überbreit, unstrukturiert.

Gestaltungskonzept

Gute Ausstellungen zeichnen sich durch harmonisches Zusammenspiel von Ort, Gestaltung, Objekten, Texten, Medien und Vermittlung aus.

Publikumsorientiert

Ausstellungen sollen keine begehbaren Bücher sein. Dennoch sind Texte ein wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzepts. Fachartikel gehören nicht an die Wand, sondern in den Katalog. Zielgruppe für Ausstellungen ist Familie Normalverbraucher und nicht das Fachpublikum. Auf eine durchschnittliche Satzlänge ist ebenso zu achten wie auf das Vermeiden von Fremdwörtern.

Lesen und Gelesenes zu verstehen, ist für nahezu die Mehrheit eine Herausforderung. Dazu kommt, dass Lesen im öffentlichen Raum stressiger und ermüdender ist als am heimischen Sofa. Sollte das Zusammenspiel von Raumgestaltung und Grafik nicht gut konzipiert sein, wird Lesen zur Qual. Geringe Luxwerte - oft aus konservatorischen Gründen erforderlich - in Kombination mit dunklem, kontrastarmen Farbkonzept, zu kleinen, ungeeigneten Schriften sowie fehlende Texthierarchien  sind für jeden Lesewilligen eine unüberwindliche Hürde.
Straff formulierte und übersichtlich strukturierte Texte werden hingegen gerne gelesen. Sie reizen das Publikum selbstbestimmt und bedarfsorientiert zumindest Textabschnitte zu lesen. Je unkomplizierter und spannender Inhalte dargeboten werden, desto größer ist der Mehrwert für Besucher und Ausstellung.

Ausstellungen soll(t)en thematisch ebenso scharf umrissen wie textlich prägnant sein. Deshalb werden dem Publikum zumindest drei Textebenen angeboten: Raum-, Bereichs- und Objekttexte. In exzellent konzipierten Ausstellungen sind zudem Kinder- und Easy-to-Read-Texte selbstverständlich. Da die Hauptbesuchermasse meist aus Schulklassen besteht, ein sinnhaftes Angebot, die größte Zielgruppe nicht auf immer und ewig zu vergrämen, sondern auch noch als Erwachsene als Besucher begrüßen zu dürfen.

Barrierefrei

Barrierefreiheit bedeutet inhaltliche und mobile Zugänge zu gleichen Teilen zu gewährleisten. Inhaltlich adaptierte Audiodeskriptionen (inkl. Raumorientierung) für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen, Übersetzungen in Gebärdensprache sowie Easy-to-Read für Menschen mit Lernschwächen sollten Ausstellungen grundsätzlich anbieten. Sie sensibilisieren nicht zuletzt ALLE für spezielle Bedürfnisse.

In eigener Sache

Falls Sie für Ihre Ausstellung Texte, Audiodeskriptionen mit Raumorientierung und Vorlagen für Übersetzungen in Gebärdensprache benötigen, arbeite ich gerne auch für Ihr Projekt.

Referenzen (Auswahl)

  • WunderWeltWald - Waldkompetenzzentrum Böhmerwaldarena Audiodeskription
  • Barrierefreier Kulturwanderweg Aschach Audiodeskription, Easy-to-Read
  • Renaissance & Reformation - oö. Landesausstellung 2010 Juniorpfad, Unterrichtsmaterial VS, HS, AHS, Vermittlungshandbuch, Flyer
  • Verbündet Verfeindet Verschwägert. Bayern und Österreich - oö. Landesausstellung 2012 Audiodeskription für zwei Stimmen, Milestone-Infopoints, Vorlage für Übersetzung in Gebärdensprache, Juniorpfad, Unterrichtsmaterial VS, HS, AHS, Vermittlungshandbuch, Flyer.
    Eröffnung 26. April 2012, Ausstellungsdauer bis 4. November 2012.

© Sistlau