Award – Inklusionspreis & Ehrenliste 2018

Preisverleihung

Die Lebenshilfe Österreich zeichnet seit drei Jahren vorbildliche Projekte zur Inklusion aus. Der Preis ergeht an Projekte, Initiativen und Institutionen, die sich im Laufe des Jahres inklusiv, nachhaltig und innovativ für Menschen mit Behinderung in den österreichischen Bundesländern eingesetzt haben. Der Inklusionspreis wurde am 13. November 2018 bei einer Gala im Studio 44 vergeben.

Ich freue mich, dass ich stellvertretend für prenn_punkt buero für kommunikation und gestaltung die Auszeichnung sowie ein Kunstwerk des Art Brut Künstlers Karl Kohlbacher entgegennehmen durfte. „Award – Inklusionspreis & Ehrenliste 2018“ weiterlesen

Award – complemento 2018

Preisverleihung

Der OÖ Zivil-Invalidenverband verleiht alle zwei Jahre die Auszeichnung „complemento“. Der Preis ergeht an Projekte, Initiativen und Institutionen, die sich besonderes für Menschen mit Behinderung in Oberösterreich eingesetzt haben. Mit der Vergabe des „complemento“ sollen diese – häufig medial weniger beachteten – Maßnahmen ins gebührende Rampenlicht gerückt werden.

Auch 2018 wurden jeweils mehrere Projekte in jeder der vier ausgeschriebenen Kategorien nominiert. In der Kategorie „Ämter, Behörden, Körperschaften“ wurde bei der Preisverleihung am 20. Oktober der Lern- und Gedenkort Charlotte-Taitl-Haus in Ried im Innkreis für sein umfassend inklusives Design mit dem „complemento“ ausgezeichnet.

Frau Dr. Doris Prenn, Spezialistin für barrierefreies Design, konzipierte den Lern- und Gedenkort inklusiv. Mit dem Lektorat der Texte als auch der Übersetzung in Leichte Sprache wurde ich beauftragt. „Award – complemento 2018“ weiterlesen

Award – Vorbild Barrierefreiheit 2018

Preisverleihung

Der Preis Vorbild Barrierefreiheit in Niederösterreich wurde erstmals am 18. Oktober 2018 durch die Die BhW Niederösterreich GmbH verliehen. Die Erwachsenenbildungseinrichtung betrachtet Barrierefreiheit seit Jahren ein wesentliches Aufgabengebiet ihrer Bildungsarbeit.

Es wurden jeweils zwei Projekte in jeder der fünf Kategorien ausgezeichnet. Zusätzlich wurden zwei Sonderpreise ausgesprochen.
In der Kategorie „Wirtschaft/Tourismus“ wurde einer der beiden Preise dem inklusiven Konzept des Museum Niederösterreich zuerkannt.

Frau Dr. Doris Prenn, Spezialistin für barrierefreies Design, entwickelte für den Eingangsbereich des Museums ein taktiles Modell mit Hörstation. Mit der zugehörigen Audiodeskription zur Raumorientierung wurde ich beauftragt. „Award – Vorbild Barrierefreiheit 2018“ weiterlesen

Work in Progress – Struktur & Rhythmus

Gliederung

Als beispielhafter Orginaltext wurde nachfolgend ein Satz aus der Wehrkirchendokumentation Edlitz gewählt. Die anspruchsvollen Informationen sind inhaltlich aufbauend. Wehrkirchen werden historisch und architektonisch vorgestellt.

Der Orginaltext wird – ohne den Zusammenhang zu berücksichten –  strukturell und nach Information (hier zur besseren Übersicht mit ① – ⑥ nummeriert) analysiert. Die Übersetzung greift die Informationen in gleicher Reihenfolge (chronologisch) auf und rhythmisiert die Information (Fakt Folgen) durch Textstruktur (Absatz) und durch Wortwiederholung (dann): Fakt – dann – Fakt – dann – Fakt – dann.

Originaltext

Die ursprünglich überwiegend kultischen Zwecken dienenden Anlagen wurden jede in einer geradezu vollkommenen Art auch für Schutz und Verteidigung genutzt. Vorhandene, nach den Erfordernissen des Kirchenbaues gestaltete Gebäude wurden später soweit verändert, bis sie dem Wehrzweck entsprochen haben. Erst die Umbauten nach 1700 haben dieses Erscheinungsbild verändert und das Aussehen der Kirchengebäude wieder ausschließlich dem kultischen Zweck untergeordnet.

Übersetzung (am leichtesten)

  Die Kirchen sind
zum Beten
gebaut worden.

  Dann haben die Menschen Schutz gebraucht.

  Die Kirchen sind
zu Wehr-Kirchen
umgebaut worden.

  Dann sind die Kriege vorbei gewesen.

  Es ist alles abgerissen worden,
was eine Kirche nicht braucht.

  Dann sind die Kirchen
nur noch zum Beten
gebraucht worden.

Siehe dazu

Work in Progress – Vokabular & Inhalt

In eigener Sache

Ich freue mich, dass ich im Rahmen der inklusiven Museumslösung zum Projekt beitragen konnte.

Work in progress: Vokabular & Inhalt

Wortwahl und Information

Als beispielhafter Orginaltext wurde nachfolgend ein Satz aus der Wehrkirchendokumentation Edlitz gewählt. Die anspruchsvollen Informationen sind inhaltlich aufbauend. Wehrkirchen werden historisch und architektonisch vorgestellt.

Der Orginaltext wird – ohne den Zusammenhang zu berücksichten – nur strukturell analysiert. Die nachfolgenden Übersetzungen nehmen daher auch Bezug auf bereits Erwähntes innerhalb der Wehrkirchendokumentation und weichen vom Originaltext ggf. ab.

1 – Originaltext

Die schwierigen Wörter sind fett geschrieben:

Wohl wissenschaftlich weitgehend dokumentiert, sind diese Objekte im Bewusstsein der Bevölkerung nicht besonders verankert.

Übersetzung (am leichtesten)

Wenige Menschen wissen etwas über Wehr-Kirchen.

2 – Originaltext

Die unnötigen Wörter sind fett geschrieben:

Wohl wissenschaftlich weitgehend dokumentiert, sind diese Objekte im Bewusstsein der Bevölkerung nicht besonders verankert.

Übersetzung (leichter)

Fachleute wissen über Wehrkirchen Bescheid. Sie wissen, worauf sie achten müssen. Für die meisten Menschen sehen sie wie normale Kirchen aus. Das ist falsch. Sie sehen anders aus. Das hat Gründe.

3 – Originaltext

Die beiden Kernaussagen sind fett geschrieben:

Wohl wissenschaftlich weitgehend dokumentiert, sind diese Objekte im Bewusstsein der Bevölkerung nicht besonders verankert.

Übersetzung (leicht)

Die Wehrkirchen sind in der Wissenschaft gut bekannt. Es gibt zu jeder Wehrkirche einen wissenschaftlichen Steckbrief. Er enthält viele Informationen ab der Erbauung. Die Kirchen sind vermessen und fotografiert worden.

Die Wehrkirchen werden trotzdem von den wenigen Menschen erkannt. Die meisten Menschen halten sie für normale Kirchen. Viele Unterschiede sind unauffällig.

Siehe dazu

Work in Progress – Struktur & Rhythmus (online ab 20. September 2018).

In eigener Sache

Ich freue mich, dass ich im Rahmen der inklusiven Museumslösung zum Projekt beitragen konnte.

 

Barrierefreiheit Museen

Machbarkeitsstudie Tirol

Architektur und Bautechnik historischer Gebäude Tiroler Museen wurden hinsichtlich ihrer physischen und inhaltlichen Zugänglichkeit analysiert. Maßnahmenkataloge wurden unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes erstellt.

Die Präsenstation erfolgte am 8. Juni durch Dr. Doris Prenn amTiroler Bildungsinstitut Grillhof in Innsbruck. Die umfangreiche Studie steht als Download zur Verfügung.

Der Präsentation war ein Workshop angegliedert, der sich den Anforderungen an inhaltliche Zugänge widmete. Für den Gehörlosenverband Tirol sprachen Monika Mück-Egg, Irmgard Hammer und für den Blindenverband Tirol Mag. Heidi Amann.

Ich freue mich, dass ich über Leichte Sprache und ihre Zielgruppen sprechen durfte. Mit einem Überblick zum Schreiben und Gestalten leicht lesbarer Texte endete der Workshop.

Die Veranstaltung und die angeregte Diskussion zeigten, wie wichtig es ist, Museen und ihren MitarbeiterInnen Maßnahmenkataloge zu erarbeiten sowie maßgeschneiderte Lösungen anzubieten.

Leichte Sprache – Schreibtipps

Was man über Leichte Sprache wissen muss

Leichte Sprache ist wichtig.

Leichte Sprache verstehen alle.

Leichte Sprache brauchen sehr viele.

Leichte Sprache hat Regeln.

Leichte Sprache muss man lernen.

Leichte Sprache macht oft Texte länger.

Leichte Sprache hat drei Sprachstufen.

Leichte Sprache braucht Gestaltung.

Schreibtipps für Leichte Sprache

Wörter

Erlaubt

  • kurz
  • einfacher/geläufiger Grundwortschatz
  • Wiederholungen
  • Verben statt Nomen
  • Positiv statt Negativ
  • Aktiv
  • Binde-Strich (Koppel-Wörter)

Verboten

  • lang
  • komplizierter/ungewöhnlicher Wortschatz (Fachvokabular, Fremdwörter, „Denglisch“ )
  • Kindersprache
  • Nomen statt Verben
  • Negativ statt Positiv
  • Passiv statt Aktiv
  • Konjunktiv
  • Abkürzungen
  • Silbentrennung
  • abstrakte Begriffe
Empfohlen
  • Umgangssprache
  • Dativ statt Genetiv
  • Zahlen statt Zahlwörter
  • Sonderzeichen absprechen/erklären
  • Perfekt oder Präteritum absprechen/abklären

Zahlen

Erlaubt

  • arabische Zahlen
  • einige
  • wenig
  • viel
  • mehr
  • sehr viel
  • wichtige Angaben

Verboten

  • römische Ziffern
  • unnötige historische Jahreszahlen
  • relative Zeitangaben (das erste Viertel des 2. Jahrtausends vor Christus)
  • unwichtige hohe und/oder detaillierte Angaben
Empfohlen
  • Datum
  • Uhrzeit
  • Zeitangaben
  • Sonderzeichen absprechen/abklären
  • Telefonnummern mit Leerzeichen

Sätze

Erlaubt

  • kurz
  • eine Aussage pro Satz
  • „oder, und, weil, wenn“ am Satzbeginn
  • persönliche Anrede bei Erwachsenen „Sie“

Verboten

  • lang (über 8 Wörter)
  • mehrere Satzteile
  • mehrere Aussagen pro Satz
  • persönliche Anrede bei Erwachsenen „Du“ (außer privat)
  • Worthülsen
  • Redewendungen

Texte

Erlaubt

  • Wichtiges zu erst
  • Hinweise und Beispiele
  • Absätze mit max. 5 Sätzen (Sprachstufen abhängig ggf. weniger)

Verboten

  • Unwichtiges
  • Fragen
  • Querverweise
Empfohlen
  • Probelesen (laut)
  • Sprechrhythmus beachten

Leichte Sprache vom Profi

Ich übersetze Texte in Leichte Sprache.
Zum Beispiel für Museen, für Ausstellungen, für Kultur-Projekte.

Ich schreibe Leichte Sprache.
Zum Beispiel Informations-Texte, Katalog-Texte, Raum-Texte, Bereichs-Texte, Objekt-Texte.

Ich informiere über Leichte Sprache.

In eigener Sache

Meine Texte machen
Ihre Informationen für
alle Menschen verständlich.

Ich bin Kooperationspartnerin von prenn_punkt.

© Sistlau

© European Easy-to-Read Logo: Inclusion Europe. Weitere Informationen unter www.leicht-lesbar.eu

Leichte Sprache – Formattipps

Was man über Leichte Sprache wissen muss

Leichte Sprache ist wichtig.

Leichte Sprache verstehen alle.

Leichte Sprache brauchen sehr viele.

Leichte Sprache hat Regeln.

Leichte Sprache muss man lernen.

Leichte Sprache macht oft Texte länger.

Leichte Sprache hat drei Sprachstufen.

Leichte Sprache braucht Gestaltung.

Formattipps für Leichte Sprache

Fotos, Illustrationen, Abbildungen

Erlaubt

  • Gegenständliches
  • Fokussiertes (z. B.  gestochen scharfe Fotos)
  • Kontrastreiches
  • Informatives
  • Piktogramme

Verboten

  • Abstraktes
  • Unfokussiertes (z. B. unscharfe, verschwommene Fotos)
  • Kontrastarmes
  • Uninformatives (Behübschung)
  • Hintergrundbild
  • Wasserzeichen
Empfohlen
  • aussagekräfig
  • wenig
  • Kopierfähigkeit bedenken

Leichte Gestaltung

  • weniger ist mehr
  • „Langweiliges“ ist leichter zu erfassen
  • klare Strukturen
  • immer gleich
  • Schwarz auf Weiß
  • optische Fixpunkte
  • optische Unruhe (z. B. Kombinationen aus rechts-/linksbündig und zentriert) vermeiden
  • ausreichend Weißraum
  • kontraststark

Schrift

Erlaubt

  • groß, mind. 14pt
  • Sans Serifen (z. B. Arial, Century Gothic, Verdana, Tahoma)
  • normale Laufweite
  • fett
  • schwarze Schrift auf weißem Untergrund
  • kontrastreich

Verboten

  • Kleine Schriftgröße (unter 14 pt)
  • Serifen (z. B. Times New Roman, Courier New)
  • schmale Schrifttypen (z. B. Arial Narrow)
  • Wechsel der Schrifttypen innerhalb eines Dokuments
  • sehr kleine Laufweite (geringe Abstände zwischen den Buchstaben)
  • sehr große L a u f w e i t e (weite Abstände zwischen den Buchstaben)
  • GROSSBUCHSTABEN
  • Kapitälchen (Großbuchstaben, mit größerem ersten Buchstaben)
  • kursiv
  • kontrastarm
  • weiß Schrift auf schwarzem Untergrund
Empfohlen
Schriften
  • Arial
  • Lucida
  • Sans Unicode
  • wenig/nicht unterstreichen
  • Kopierfähigkeit bedenken

Ausrichtung

Erlaubt

  • Flattersatz
  • linksbündig
  • Zeilenabstand ab 1,5 pt

Verboten

  • Spalten
  • Blocksatz
  • rechtsbündig
  • zentriert
  • hoch-/tiefstellen (Buchstaben Zahlen, Wörter, Satzteile, Sätze, Absätze)
  • Zeilenabstand unter 1,5 pt

Gliederung

Erlaubt

  • Überschriften
  • Wichtiges zuerst
  • logische Reihenfolge (z. B. Zeitabfolge, Handlungsablauf)
  • ein Satz pro Zeile
  • ein Absatz pro Informationsblock

Verboten

  • keine Absätze (ungegliederter Textfluss)
  • mehrere Überschriftenebenen (wie in diesem Beitrag)
Empfohlen
  • sparsam
  • wesentlich
  • übersichtlich
  • schnörkellos

Markieren

Erlaubt

  • Aufzählungspunkte
  • fett
  • kontrastreich unterlegen (eingeschränktes Sehvermögen berücksichtigen)
  • Rahmen um den Text

Verboten

  • kontrastarm unterlegen
  • unterstreichen
  • durchstreichen
Empfohlen
  • Nur allerwichtigste Information hervorheben
  • Kopierfähigkeit bedenken

Papier

Erlaubt

  • helle Oberfläche
  • matte Oberfläche
  • festes Papier ab 80 g
  • leichter Karton

Verboten

  • dunkle Oberfläche
  • glänzende und/oder gemusterte Oberfläche
  • Wasserzeichenpapier
  • transparentes Papier
  • dünnes Papier unter 80 g
  • Seidenpapier

Leichte Sprache vom Profi

Ich übersetze Texte in Leichte Sprache.
Zum Beispiel für Museen, für Ausstellungen, für Kultur-Projekte.

Ich schreibe Leichte Sprache.
Zum Beispiel Informations-Texte, Katalog-Texte, Raum-Texte, Bereichs-Texte, Objekt-Texte.

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